Konsens und Konflikt – Schattendorf 1927
Demokratie am Wendepunkt
Sonderausstellung: 28. Februar – 20. Mai 2007
Öffnungszeiten
Di – Sa von 9.00 bis 17.00 Uhr
So und Feiertag von 10.00 bis 17.00 Uhr
Landesmuseum Burgenland
Museumsgasse 1-5
7000 Eisenstadt
Telefon: 057-600/1234
Telefax: 057-600/1277
E-Mail: landesmuseum@bgld.gv.at
Das tragische Ereignis von Schattendorf vom 30. Jänner 1927 leitete indirekt jene Radikalisierung der österreichischen Innenpolitik ein, an deren Ende die Abschaffung der parlamentarischen Demokratie und die Auflösung der Parteien standen.
Das Burgenland war das letzte Bundesland, in welchen private Wehrverbände der politischen Partei aufgestellt worden waren. Die Konflikte wurden zahlreicher und heftiger und erreichten ihren ersten tragischen Höhepunkt am 30. Jänner 1927 in Schattendorf, als bei einer Auseinandersetzung zwischen Frontkämpfern und Schutzbündlern auf sozialdemokratischer Seite der Klingenbacher Schutzbündler Matthias Csmarits und der sechsjährige Josef Grössing aus Schattendorf erschossen wurden.
Als ein Geschworenengericht die vermeintlichen Todesschützen am 14. Juli 1927 freisprach, kam es in Wien zu heftigen Massendemonstration und am 15. Juli zum Justizpalastbrand. Die blutigen Ausschreitungen forderten letztendlich 89 Tote und über 600 Verletzte. Österreich stand am Rande eines Bürgerkrieges.
Die Ausstellung zeichnet in drei Hauptbereichen diese Entwicklung nach. Ein Ausstellungsbereich widmet sich der politischen Entwicklung, die von Phasen von Konsens und Konflikt geprägt war.
Der größte Ausstellungsteil ist dem Ereignis von Schattendorf 1927 gewidmet. Dabei soll der Versuch unternommen werden, sich den Protagonisten von damals – den Tätern wie den Opfern – biografisch zu nähern.
Die Aufstellung erster Ortsgruppen der „Frontkämpfervereinigung Deutschösterreichs“ führte zur Gründung des „Republikanischen Schutzbundes“ und der Heimwehren, die im Burgenland die Bezeichnung „Heimatschutzverband Burgenland“ trugen. Die Militarisierung der Gesellschaft war ein Wendepunkt in der demokratischen Entwicklung.
In der Ausstellung sind bislang unveröffentlichte Fotos und jüngst wieder entdeckte Dokumente zu sehen. Für eigenständige Recherchen steht eine Datenbank mit Zeitungen aus der in Frage kommenden Zeit zur Verfügung.
