100 Jahre Frauentag
Im Jahr 1910 sind von 100 Frauen in Wien 35 berufstätig. Die Löhne der Männer sind im Durchschnitt doppelt so hoch wie jene der Frauen.
- 1911
Am 19. März findet der erste Internationale Frauentag statt. Allein auf der Wiener Ringstraße demonstrieren rund 20.000 Frauen. Sie fordern das Wahlrecht, das Recht auf Bildung und Arbeit, gleichen Lohn, soziale Sicherheit und Frieden. - 1918
Am 12. November 1918 wird Österreich Republik. Frauen erhalten das Wahlrecht. - 1919
Öffentliche Gymnasien stehen erstmals auch Mädchen offen. Frauen dürfen auch an der juridischen Fakultät der Universitäten studieren. - 1929
Verbot der Beschäftigung hochschwangerer Frauen in Steinbrüchen, Lehm-, Sand- und Schottergruben. - 1934 – 1945
Ende der Demokratie. Errichtung des Ständestaates. Im öffentlichen Dienst kommt es zu einer Aufnahmesperre für Frauen. Lehrerinnen müssen im Falle einer Eheschließung ihren Beruf aufgeben. Während des Naziregimes dürfen Frauen keinerlei politische Funktionen übernehmen. Frauen sollen sich auf ihre Aufgaben in Heim und Familie konzentrieren. In der Realität allerdings werden sie – weil in Folge des Krieges „Not am Mann“ ist – zur Arbeit in Fabriken und Rüstungsbetrieben verpflichtet. - 1957
Mutterschutzgesetz
Arbeitnehmerinnen sind sechs Wochen vor und sechs Wochen nach der Geburt von der Arbeit freizustellen und erhalten während dieser Zeit Wochengeld. Nach der Geburt eines Kindes können Frauen in (unbezahlte) Karenz gehen. - 1970
Wiens erste Straßenbahnfahrerin tritt ihren Dienst an. - 1975
Reform des Eherechts. Der Mann ist nicht länger „Haupt der Familie“ und kann seiner Frau nicht mehr verbieten, berufstätig zu sein. - 1979
Gleichbehandlungsgesetz für die Privatwirtschaft. Es verbietet die Benachteiligung bei der Entlohnung aufgrund des Geschlechts. In der Folge verschwinden die Frauenlohngruppen aus den Kollektivverträgen. - 1981
Frauenstaatssekretärin Johanna Dohnal initiiert ein Förderungsprogramm für Frauen im Bundesdienst: Frauen erhalten unter anderem Zugang zur Flugsicherung. In den Lehrwerkstätten von Bahn und Post werden auch Mädchen (in technischen Berufen) ausgebildet. - 1985
Erstmals erstellt das AMS ein arbeitsmarktpolitisches Programm speziell für Frauen. Es umfasst eine Vielzahl von Maßnahmen: Berufsorientierung, Höherqualifizierung, Unterstützung von Frauenberatungsstellen, Kinderbetreuungsbeihilfe. - 1993
Gemäß Gleichbehandlungsgesetz gilt sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz als Diskriminierung. - 2001
Im Bereich Arbeitsmarktförderung wird halbe/halbe Realität. 50 Prozent des Förderbudgets ist für Frauen reserviert. - Im Jahr 2011 sind von 100 Österreicherinnen 67 erwerbstätig. Selbst bei den Vollzeitbeschäftigten ist das Einkommen der Männer jedoch um ein Drittel höher als jenes der Frauen. Einer der Gründe: Die partnerschaftliche Teilung von Hausarbeit und Kinderbetreuung ist eher die Ausnahme als die Regel.
Quelle: Arbeitsmarktservice Österreich
