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X-art Frauenkunstfestival 2011: Frauen.Kunst.Politik
8. und 9. Juni 2011

Das im Jahr 1999 erstmals durchgeführte X-art Frauenkunstfestival ist nicht nur Podium für zeitgenössische, burgenländische Kunst, sondern auch Plattform für (frauen)politische Auseinandersetzungen. Alle zwei Jahre in der Landesgalerie durchgeführt, konnten seither über 100 Künstlerinnen aus sämtlichen Kunstsparten – Malerei, Fotografie, Literatur, Kabarett, Film, Videokunst und Musik in der Burgenländischen Landesgalerie präsentiert werden.

„Dame mit Hut – Verborgene Realitäten“ ist der Titel einer der beiden diesjährigen Ausstellungsprojekte. Namensgeber ist ein aus dem beginnenden 19. Jahrhundert stammendes Gemälde eines unbekannten Biedermeierkünstlers. Das Bild hat eine gleichsam tragische wie belebte Vergangenheit und steht als Metapher für die Rolle der Künstlerinnen, die viele Jahre trotz außerordentlicher künstlerischer Begabungen nicht den Schritt in die Öffentlichkeit machen konnten. Die Kunst verbannte Frauen auf die Objektseite der Staffelei. Frauen wurden ihrer Namen, Identitäten und sämtlicher Eigenschaften beraubt, wurden als „Damen mit Hüten“ zu Sujets reduziert. Das wahre Ich der „Dame mit Hut“ bleibt uns verborgen.
Die fünf Künstlerinnen des Ausstellungsprojektes – Maria Augustin, Eda Drasche, Elfriede Ettl, Maria Plachky und Rosita Salem haben eine Gemeinsamkeit: Auch sie führten in irgendeiner Form ein Leben im Verborgenen – verbargen Wünsche, Träume und Sehnsüchte – und ein Großteil ihres Schaffens blieb bislang der Öffentlichkeit verborgen.
Der zweite Teil der Ausstellung ist dem Frauenkunstpreis 2010 gewidmet. Dreizehn Künstlerinnen reichten ihre Beiträge in der Sparte künstlerische Keramik ein. Der Förderpreis ging an Lilo Schrammel und Doris Dittrich, Sandra Wrann wurde ein Würdigungspreis zuerkannt.

Das X-art Frauenkunstfestival 2011 steht im Zeichen eines Jubiläums: In dem Jahr, in dem das Burgenland seinen 90. Geburtstag feiert, jährt sich der Internationale Frauentag zum bereits zum 100. Mal. Diesem historischen Ereignis wird Rechnung getragen. Zur aktuellen Situation der burgenländischen Frauenpolitik und vor allem über deren Zukunft diskutieren LAbg. Klaudia Friedl (SPÖ), LAbg. Andrea Gottweis, LAbg. a.D. Mag.a Grete Krojer (Die Grünen) und Gabriele Palfy (FPÖ).

Das X-art Frauenkunstfestival bietet aber auch die Möglichkeit, Projekte zu beauftragen. Dieses Jahr fanden sich Katharina Tiwald, Doris Dittrich und Miriam Herlicska zu einer Projektpartnerschaft zusammen. Deren von Eveline Rabold medienunterstützte Lesung mit dem Titel „StreitBar: Feminismus! Schluck.“ setzt sich kritisch mit den tatsächlichen politischen Errungenschaften der vergangenen 100 „Leidensjahren“ auseinander.
Darüber hinaus wird Ilse Hirschmanns Film „Kalo taxidi – Gute Reise“ gezeigt.