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Bildtext: SchülerInnen des BG/BRG Mattersburg mit Landesrätin Verena Dunst © Land Burgenland

Erster Frauentag am BG/BRG Mattersburg

20.06.2012 16:19
Mit engagierten Schülerinnen eröffnete Frauenlandesrätin Verena Dunst den ersten Frauentag am BG/BRG Mattersburg

„Der lange Kampf der Frauenbewegungen für Gleichberechtigung ist für viele von euch etwas aus dem Geschichtsbuch“, läutete LRin Verena Dunst heute Dienstag mit einem Referat den Frauentag am Gymnasium Mattersburg ein. „Und tatsächlich wird ein heute 16-jähriges österreichisches Mädchen aus der Mittelschicht, geboren in Österreich in einer Familie ohne Migrationshintergrund, die Diskriminierung nicht mehr so offenkundig spüren wie eine Frau vor 150, vor 100 oder vor 50 Jahren.“ Aber, sagte die Frauenlandesrätin zu den Schülerinnen und Schülern, Chancengleichheit sei auch heute noch lange nicht in allen Bereichen verwirklicht. Die Einkommen von Frauen und Männern klaffen weiterhin auseinander, obwohl mittlerweile Mädchen und Frauen in Schule und Studium oft die Nase vorn haben. In anderen Teilen der Welt seien Frauen noch viel weiter von Gleichberechtigung entfernt, betonte Dunst.

In einer Reihe von Workshops arbeiten die Schülerinnen und Schüler an zwei Aktionstagen zu den Themen Häusliche Gewalt, Sexismus und Rassismus in unserer Gesellschaft, Rollenbilder und Stereotype, Beschneidung - auch in Österreich? Organisiert wurde die Aktion Frauentag von den Schulsprecherinnen Anna Reumann Burcu Akar. „Wir wollen erreichen, dass die Schülerinnen und Schüler mithilfe von Spielen, kurzen Filmausschnitten, Diskussionsrunden etc. zum Nachdenken angeregt werden und lernen, dass es wichtig ist, sich auch außerhalb des Unterrichts für Geschehnisse der Welt zu interessieren“, so Reumann.
Bei der Eröffnungsveranstaltung zeigte sich auch der Amtsführende Präsident des Landesschulrats für Burgenland, Mag. Dr. Gerhard Resch, erfreut über das Engagement der Schülerinnen und Schüler.“ Das Thema geht uns alle als Menschen etwas an“, betonte Resch.

Auf die Frage einer Schülerin, was sie selbst als junge Menschen gegen Unrecht tun könnten, antwortete LRin Dunst: „Zivilcourage zeigen, wo ihr Ungleichbehandlung erlebt. Aktionen machen wie heute. Oder Euch Organisationen anschließen, die für Eure Ziele eintreten. Ein berühmter deutscher Bundeskanzler sagte etwas sehr Wichtiges: Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten!“

Dunst warnte die Schülerinnen und Schüler eindringlich davor, den Idealen aus der Film- und Werbewelt entsprechen zu wollen. „Die Anforderungen gerade an junge Frauen sind heute viel zu hoch. Euch wird ein Körperbild vorgegeben, das nicht erreicht werden kann. Bitte, und das sage ich auch den Burschen, macht da nicht mit!“, appellierte Dunst.

Die Psychologinnen Mag.a Julia Pauschenwein vom Frauenhaus Burgenland und Mag.a Angelika Gossmann von der Frauenservicestelle "Die Tür" berichteten über ihre Beratungstätigkeit: Scheidung, Obsorge, häusliche Gewalt, aber auch Essstörungen oder Panikattacken seien die häufigsten Probleme, mit denen Frauen zu ihnen kämen. Ein Beratungsangebot des Landes speziell für Mädchen ist auch die Online-Plattform für Mädchen MonA Net (www.mona-net.at), die anonyme Beratung und offene Diskussion zu mädchenrelevanten Themen bietet.

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