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LH Hans Niessl und LH-Stv. Mag. Franz Steindl beim Spatenstich für den Windpark Andau/Halbturn ©

Spatenstich für Windpark Andau/Halbturn

04.05.2012 21:56
Im Windpark Andau/Halbturn werden insgesamt 79 Windenergieanlagen errichtet

Ein weiterer Meilenstein der zweiten Wind-Initiative im Burgenland wurde am Freitag, dem 4. Mai 2012, passiert: Mit dem Spatenstich der Betreiber BEWAG, ImWind und Püspök Group wurde der Startschuss für die Errichtung von Mitteleuropas größtem Windpark in den Gemeinden Andau und Halbturn gegeben.

2011 startete die zweite burgenländische Wind-Initiative mit der Errichtung der beiden weltweit leistungsstärksten Anlagen in Potzneusiedl durch die BEWAG Tochter Austrian Wind Power. Im September des Vorjahres griff man wieder zum Spaten: Das Betreiber-Trio BEWAG, ImWind und Püspök Group errichtet in den Gemeinden Halbturn, Mönchhof und Nickelsdorf einen Windpark, der mit insgesamt 69 Windenergieanlagen eine Leistung von 207 MW aufweist. Die ersten Anlagen dieses Parks drehen sich bereits.

Investitionen in die Zukunft
Im Windpark Andau/Halbturn werden insgesamt 79 Windenergieanlagen des Typs Enercon 101 errichtet (Austrian Wind Power: 38, ImWind: 10, Püspök: 31). Jede Anlage besitzt eine Leistung von 3 MW, so dass man auf eine Leistung von 237 MW kommt. BEWAG Vorstandssprecher Michael Gerbavsits: „Die BEWAG GRUPPE hat bisher an die 300 Mio. € in den Ausbau der Windkraft investiert und ist damit Österreichs größter Windstrom-Produzent geworden. Nun nehmen wir noch einmal rund 450 Mio. € in die Hand und bauen so unsere Führungsposition weiter aus!“ Damit bleibe das Burgenland eine Vorzeigeregion in Sachen Ökologie und ein Musterbeispiel für eine nachhaltige Energiepolitik.
„Mit unseren 147 Windenergieanlagen, die eine Leistung von 273 MW aufweisen, sind wir wichtigster Partner des Landes bei der Strategie ,2013’. Bis zum nächsten Jahr wird in unserem Bundesland dann so viel Strom erzeugt, wie das Jahr über verbraucht wird“, ergänzt sein Vorstandskollege Leopold Buchmayer.
Dass die Investitionen nicht nur ein kräftiger Impuls für die Wirtschaft waren, sondern auch immense ökologische Auswirkungen haben, zeigt die Leistungsbilanz von Austrian Wind Power. „Bisher haben die Anlagen unseres Tochterunternehmens rund 3,8 Milliarden Kilowattstunden erzeugt“, freuen sich Gerbavsits und Buchmayer.

Bedeutung der Windkraft steigt
Auch ihre Projektpartner unterstreichen die Bedeutung der Windkraft. Lukas Püspök: „Der Ausbau der Windkraft im Burgenland macht es möglich, dass wir in naher Zukunft zur Gänze auf Strom aus Atomkraftwerken und klimaschädlichen kalorischen Kraftwerken verzichten können. Durch die Produktion von grünem Strom sinkt die Abhängigkeit von Gas- und Erdölimporten und die heimische Wertschöpfung steigt. Mittlerweile ist auch bewiesen, dass der europaweite Ausbau der Windkraft zu einer Stabilisierung und sogar Senkung der Strompreise führt. Die burgenländischen Windpark-Gemeinden werden so zu Vorreitern bei Klimaschutz und lokaler Wertschöpfung aus erneuerbarer Energie.“
Johannes Trauttmansdorff von ImWind verweist auf die Wichtigkeit dieses Windparks: „Wir müssen uns die Bedeutung dieses Spatenstiches bewusst machen: Wenn dieser Windpark in gut einem Jahr fertig ist, hat das Burgenland tatsächlich die Energieautarkie erreicht. Worüber Experten vor 10 Jahren noch gelächelt haben, die konsequenten Visionäre in der Politik haben es zusammen mit den Unternehmen möglich gemacht. Ganz Österreich, ja ganz Europa beneidet das Burgenland! Niemand aber sollte uns beneiden – vielmehr sollten sich alle das Burgenland als Vorbild nehmen!“

Burgenland als Ökologie-Vorreiter
„Die Mehrkosten für erneuerbare Energien von heute sind gesicherte Energie, vermiedene Umweltschäden und niedrige Energiekosten von morgen", so Landeshauptmann Hans Niessl. „Dieser Satz stammt von Hermann Scheer, dem Träger des alternativen Nobelpreises, der kurz vor seinem Tod im vergangenen Jahr das Burgenland besucht hat.“
Auch Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Steindl sieht zahlreiche Vorteile im Ausbau der Windenergie: „Die Nutzung von erneuerbaren Energien ist ökologisch und ökonomisch besonders wichtig und sinnvoll“, sagt Steindl. „Durch den Einsatz von Windkraft, Wasserkraft, Biomasse oder Sonnenkraft zur Energieerzeugung schützen wir aktiv die Umwelt, indem wir die vorhandenen Ressourcen sinnvoll nützen und uns dieser bemächtigen.“
Als zuständiger politischer Referent für Wirtschaft und Gemeinden fördere er daher aktiv den Ausbau der erneuerbaren Energie. Steindl: „Die Windenergie – aber auch der gesamte Sektor der erneuerbaren Energie – ist im Burgenland ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Es werden Arbeitsplätze geschaffen, Unternehmen in der Region profitieren von Aufträgen und das gesamt Burgenland profitiert von der Wertschöpfung.“