Dorferneuerung als "Herzstück" des neuen LEADER-Programms
LR Dunst und KO Illedits sorgen mit Dorferneuerungsprojekten für mehr Lebensqualität in den Dörfern
Landesrätin Verena Dunst, zuständiges Regierungsmitglied für den Bereich Dorferneuerung und Klubobmann Christian Illedits, zugleich Obmann des LEADER-Vereins „Nordburgenland plus“, präsentieren im Rahmen heute eine Zwischenbilanz über die vielen bereits realisierten Projekte der umfassenden Dorferneuerung. Die Dorferneuerung bildet das Herzstück des neuen LEADER-Programms und wurde parallel dazu auch neu ausgerichtet.
„Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es wichtig zu investieren. Durch die vielen Einzelmaßnahmen wurden zusätzliche Investitionen für die regionale Wirtschaft gewährleistet und so konnte die Lage am Arbeitsmarkt verbessert werden“, betonte eingangs Landesrätin Verena Dunst. Die umfassende Dorferneuerung sei zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Landesentwicklung geworden.
Im Burgenland können Dorferneuerungsprojekte über das LEADER-Programm gefördert werden. Von den insgesamt 22 Millionen Euro, die für den Zeitraum 2007 bis 2013 für die LEADER-Förderschiene zur Verfügung stehen, fließen insgesamt 9,8 Millionen in die Dorferneuerung. „Eines unserer Hauptziele ist es, mit den Fördermitteln die Lebensqualität unserer burgenländischen Gemeinden aufrechtzuerhalten und in weiterer Folge zu verbessern. Die umfassende Dorferneuerung ist außerdem nicht nur ein wichtiger Faktor für hohe Lebensqualität, sondern auch für die Wirtschaft und die Beschäftigung“, so Landesrätin Verena Dunst. Als Beispiel nannte sich das Projekt „Frauen initiativ“, das sich an burgenländische Frauen richtet, die einen Einstieg in die Berufswelt suchen. Ziel des Projektes ist es, Frauen über die Dorferneuerung Wege in die Selbstständigkeit aufzeigen.
„Einer der Hauptgründe, weshalb sich viele Gemeinden an der Dorferneuerung beteiligen, liegt sicher darin, dass jede Gemeinde darin einen nachhaltigen Nutzen erkennen kann“, erklärt Dunst. Im Jahr 2009 wurden in den Koordinierungssitzungen Februar bis September 68 Projekte mit einem Gesamtfördervolumen von 2.110.663,- € zur Förderung empfohlen. Davon entfallen 1.134.240,- € auf Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung und Sensibilisierung im Hinblick auf die Ausarbeitung und Umsetzung einer lokalen Entwicklungsstrategie im Rahmen der umfassenden Dorferneuerung. Dazu zählt auch das Projekt EKKO mit einem Gesamtfördervolumen in Höhe von 576.000,- €. Auf die so genannte Maßnahme „Dorferneuerung und Dorfentwicklung“ – das sind Einzelprojekte – entfällt ein Fördervolumen von 510.523,- €.
Die Dorferneuerung bildet somit das „Herzstück“ des neuen LEADER-Programms. „Landesrätin Verena Dunst hat mit Beginn dieser Förderperiode eine neue Dorferneuerungsoffensive gestartet – und die drei LEADER-Aktionsgruppen im Nord-, Mittel- und Südburgenland sind die wichtigsten Hebel dieser Offensive“, informierte KO Christian Illedits. Neu ist nicht nur das aufeinander abgestimmte Zusammenspiel zwischen Dorferneuerung und LEADER-Förderung - neu ist auch das Abdeckungsgebiet des LEADER-Programms: In den ersten beiden Förderperioden (1995-99 / 2000-06) konnten nur das Mittel– und Südburgenland profitieren – in der neuen Periode ist erstmals auch der Landesnorden mit von der Partie.
Die Lokale Aktionsgruppe „Nordburgenland plus“ startete 2007 als Verein. „Mittlerweile sind wir zur größten LEADER-Aktionsgruppe Österreichs geworden – mit 69 Partnergemeinden in den Bezirken Neusiedl, Eisenstadt und Mattersburg. Nur noch zwei Gemeinden fehlen. Insgesamt decken wir derzeit eine Einwohnerzahl von rund 140.000 Menschen ab“, so Illedits. „Wir können damit die ländlichen Strukturen stärken. Neben Tourismus, Wirtschaft, erneuerbarer Energie und sanfter Mobilität ist die Dorferneuerung der wichtige Förderschwerpunkt. Sie ist – wie gesagt - das „Herz“ der neuen LEADER-Philosophie“, erklärt Christian Illedits. Bei der letzten Vorstandsitzung des Vereins „nordburgenland plus“ am vergangenen Mittwoch wurden 25 neue Projekte zur Förderung empfohlen. „Die Gesamtkosten der bewilligten Projekte betragen ca. 2 Millionen Euro. Davon werden rund 430.000 Euro gefördert. Insgesamt wurden seit Start der LAG nordburgenland plus 146 Projekte zur Förderung empfohlen. Damit wird ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 12,2 Millionen Euro ausgelöst, davon werden rund 6,7 Millionen Euro gefördert“, berichtet Illedits.
Die zwei bisher größten Dorferneuerungsprojekte in der Region der LAG „nordburgenland plus“ wurden vor kurzem fertig gestellt und werden in den nächsten Tagen eröffnet. In Bad Sauerbrunn wurde unter dem Titel „Heilquelle NEU“ ein Multifunktionsgebäude errichtet und in Draßburg wurde die „Alte Post“ behutsam revitalisiert und zu einem kommunalen Zentrum ausgebaut. Eine Reihe weiterer Projekte stehen vor der Realisierung. So etwa die Umgestaltung des Dorfplatzes in Nickelsdorf, die Neugestaltung des Kirchenplatzes in Halbturn, die Neugestaltung des Rathaus- und Conrad-Platzes in Rust, der Umbau des Mesnerhauses in ein Jugendzentrum in Neusiedl, die Gestaltung der Außenanlagen vor dem Pfarrheim in Purbach, ein Beitrag zur Sanierung des Kalvarienbergs in Frauenkirchen und ein Konzept zur Innenstadtbelebung von Mattersburg.
„Unser großes Ziel lautet: In jeder Gemeinde des Burgenlandes soll mittelfristig zumindest ein Dorferneuerungsprojekt umgesetzt werden“, betonten Landesrätin Dunst und Klubobmann Illedits abschließend unisono.
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